Konzept der Ausstellung

Anlass der Ausstellung Mitgefühl, Achtsamkeit und Resonanz ist die Beschäftigung mit diesen Themen in den Diakonenausbildungen Wittekindshof und der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof.

 

In der aktuellen öffentlichen und politischen Diskussion ist Mitgefühl ein häufig genutzter, aber gleichzeitig umstrittener Begriff: In der Debatte um die Aufnahme Geflüchteter, in der wachsenden Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, in der Anteilnahme, wie aber auch den Hasstiraden innerhalb der sozialen Medien.

 

Spektakuläre Fortschritte hat die wissenschaftliche Erforschung von Mitgefühl und Empathie insbesondere durch die Neurowissenschaften gemacht. Die neuen Erkenntnisse führten auch dazu, dass nachweislich das Erlernen und Trainieren vieler Aspekte des Mitgefühls in Therapie und Meditation Stressreduktion und Gesunderhaltung bewirken.

 

Bei all dem wird oft übersehen, dass Mitgefühl zu den zentralen Konzepten des christlichen Glaubens gehört.  Mitgefühl – in kirchlicher Sprache noch häufig Barmherzigkeit genannt – steht im Zentrum des Christentums, des Judentums, des Islam, des Buddhismus und zahlreicher anderen Religionen. So könnte sich Mitgefühl als anschlussfähig nicht nur in der öffentlichen Diskussion über Mitmenschlichkeit erweisen, sondern auch konsensfähig im interreligiösen Dialog sein. Ebenso sind die biblischen Aussagen zur Barmherzigkeit Gottes Dreh- und Angelpunkt aller christlich geprägten Bemühungen zu den sozialen Prozessen der Inklusion, sowie den Anforderungen kirchlicher und diakonischer Identität und Diversität (Haas, H.S. & Starnitzke, D. (2019). Gelebte Identität. Zur Praxis von Unternehmen in Caritas und Diakonie: Kohlhammer Verlag. Diakonie. Bildung Gestaltung Organisation, 19).

 

Die Ausstellung soll zum einen die christlichen Wurzeln und Bedeutungen des Konzeptes Mitgefühl zeigen. Zum anderen soll deutlich werden, welche Verbindungen zu den modernen Konzepten der Aufmerksamkeit (Achtsamkeit) und Gestaltung von Beziehungen (Resonanz) bestehen, die Prozesse des Denkens und der Emotionen einbeziehen.

 

Die Ausstellung soll dazu anregen, den Gegenwartsbezug spiritueller und seelsorgerlicher Impulse wahrzunehmen. Sie setzt aber auch die Forderung nach gesundheitlicher Bildungsarbeit konsequent um. Im Blick auf mentale Prozesse, die die Gesundheit und Gesunderhaltung fördern, gehören Mitgefühl und Resonanz zu den Konzepten, die die soziale Einbindung des Menschen als Ausgangspunkt für Sinnfragen nehmen, insbesondere der Auffassung davon, was „gutes Leben“ ist. Das inzwischen zur Stressreduktion am Arbeitsplatz angekommene Konzept der Achtsamkeit ist, auch wenn es von einigen kritisch betrachtet wird, zu einer bedeutenden Quelle für Spiritualität und Seelsorge geworden.

 

Die Ausstellung wird 2020 für die schulische und außerschulische Bildung zur Verfügung stehen. Sie ist ein ideales Medium, um in Schulen und an öffentlichen Orten – in Rathäusern, in Volkshochschulen, Stadtbibliotheken oder Kirchen – das Thema Mitgefühl erfahrbar zu machen.  Es kann in der Bedeutung für das soziale Leben – auch in seiner gesundheitlichen Dimension – wahrgenommen werden und daraus Handlungsimpulse geben. Die Ausstellung wird etwa 30 Tafeln enthalten, einen Raum der Sinne und multimediale Elemente. Außerdem sind eine eigene Themen-Website und eine App geplant.

 

Geplant wurde die Ausstellung von der Leitung der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft und den Diakonenausbildungen Wittekindshof. Der eingesetzte Arbeitskreis bestand aus der Diakonischen Mitarbeiterin Sandra Pollex, den Diakoninnen Nicole Schnepel und Janine Henning-Kowalewsky sowie den Diakonen Bernhard Höhr, Andreas Neese und Christian Schwennen.

 

Maßgeblich an der Konzeption und Gestaltung der Ausstellung sind die Mitarbeitenden des Museums Stadt Bünde, Maren Bohnenkämper und Ulrich Franzrahe, beteiligt.

 

Thematischer Einstiegspunkt wird ein Bild von Pieter Bruegel sein.